Risse im Bild erzeugen oder verhindern
Acrylfarbe kann auch in starken Schichten vermalt werden, ohne dass Risse entstehen. Das ist ein Vorteil wenn man auch sehr pastose Farbflächen in
Farbflächen mit dünnflüssiger Farbe einbindet. Dennoch kann ein Bild nach Rissen verlangen. Wie bekommt man aber nun Risse in eine Farbe, die
daraufhin konzipiert wurde, sich in jeder Situation, bei jeder Temperatur und in unterschiedlichen Kongruenzen problemlos zu verbinden?
Man kann durchaus Risse in Acrylfarben erzeugen, wenn es für einen bestimmten Effekt nützlich erscheint, wenn man den Ausdruck
des Bildes mit "morbidem Charme" unterstreichen möchte.
In der Malerei ist es beim
Acryl
ähnlich wie in der Ölmalerei zu solchen Riss-Effekten
zu gelangen: der Grundsatz auch beim Malen mit Acryl ist: Mager auf Fett. Also mit einer "mageren Farbe" (wenig Bindemittel) auf einer "fetten Farbe"
(viel Bindemittel) zu Malen.
Nun hat aber die Acrylfarbe aus den Farbenfabriken für Künstlerfarben dieses vermeintliche Negativum überwunden, um
ein leicht und problemlos zu verarbeitendes Malmittel zu erzeugen. Wenn wir also sehr dicke Farbe über sehr dünne Farbe malen, dann werden sich die Farben
organisch verbinden, es entstehen feine Farbverläufe aber keine Risse. Die Acrylfarbe ist ja eine wasserlösliche Farbe, die darauf konzipiert wurde, keinerlei
maltechnische Probleme zu Bereiten, es ist eine lasierende oder auch deckende Wasserfarbe, eine dünnflüssige Farbsubstanz lässt sich mit pastosen
Farbaufträgen verbinden, ohne dass größere Probleme entstehen.
Acrylfarbe verlangt also nach anderen Mitteln als Ölfarbe.
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Acrylmalerei: Feine Risse in Acrylfarbe |

Acrylmalerei: starke Risse in Acrylfarbe |
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Um in Acrylfarben Risse erzeugen zu können, müssen wir eine
Acrylfarbe aus Pigmenten selber herstellen, und zwar wird für diesen Zweck eine sehr trockene Farbsubstanz erzeugt: also viel Pigmente mit
wenig Reinacryl anreiben. Diese Farbe sollte so fest sein, dass sie stapelbar ist, und nicht verläuft.
Als untere Schicht geben wir an den Stellen, an denen Risse erzeugt werden sollen, eine dünn vermalte Farbschicht aus normaler, unbehandelter Acrylfarbe
oder Rein-Acryl, darüber vermalen wir die selber angemischte Farbe. Hier wird jetzt in den Farben kein Farbverlauf entstehen, sondern diese Farben trocknen
aufeinander auf. Da die obere Farbschicht schneller trocknet als die untere, beide aber miteinander verklebt sind, werden sich in der oberen Schicht
sehr bald Risse zeigen. Wie stark die Rissbildung in der Farbe sein soll, kann man mit der Eigenschaft der unteren Farbschicht regulieren. Je Acrylhaltiger
die untere Farbschicht ist, desto stärker wird die Rissbildung in der oberen Malschicht ausfallen.
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Acrylbild mit partieller Riss-Struktur |
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Es ist also auch sehr gut möglich, beim Malen mit Acryl Risse in Farben partiell anzulegen, und auch mit unterschiedlichen Riss-Stärken
in einem Bild zu arbeiten. Die Rissbildung kann durch äußere Einflüsse beeinflusst werden - je schneller die obere Farbschicht
trocknet, desto breiter und klarer werden die Risse. Wenn das Bild also in die Sonne oder auf eine Heizung gelegt wird, oder die
Bildoberfläche mit einem Heizlüfter getrocknet wird, dann ergeben sich andere Strukturen als wenn das Bild langsam in einem kühlen Raum
trocknet. Da ist also viel Spielraum, um mit eigenen Experimenten zu Ergebnissen zu kommen.
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