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Akt - Abbildung oder Teilabbildung vom unbekleideten Körper
Der Akt in der Kunst bezeichnet ursprünglich die am unverhüllten Körper studierte Stellung und Bewegung und deren Wiedergabe.
Heute wird mit Akt jede Wiedergabe des unbekleideten menschlichen Körpers bezeichnet. Die Kunst der früheren Geschichte kannte den Akt
ausschließlich mit kulthaft-symbolischer Bedeutung, erst die Griechen behandelten die Wiedergabe des Körpers in fester
Stellung oder in Bewegung als selbständige Kunstformen, in denen sich Formen und Maßverhältnisse als Gegenstand ihrer Kunst ausdrückten.
Im Mittelalter waren Darstellungen des unverhüllten Körpers aus religiösen und moralischen Gründen nur in seltenen Fällen anzufinden. Allein in christlichen
Themen wie Adam und Eva war der Akt gegenwärtig. In der Renaissance wurden die weltlichen, nach antiken Vorbildern häufig mit allegorischer und mythologischer
Bedeutung besetzten Themen in der Darstellung des Körpers eingesetzt.
In Deutschland wurde Akt als Lehrfach der Akademien erstmals 1662 eingeführt. Die Heute am häufigsten verwendete Technik in der Kunst ist die
Aktfotografie. Die Aktfotografie betreibt oftmals in klassischer Schwarz-Weiß Fotografie mit dem Zusammenspiel von Körpern und Formen. Die Schwierigkeit in
der Schwarz-Weiß Technik ist, die Bilder nicht farblos erscheinen zu lassen. Der freie Akt-Fotograf ist immer auf der Suche nach dem einen, dem perfekten Bild. Fotografen benötigen
für eine Auswahl von Bildern einen gehörigen Aufwand und viele Fotos um einen Überblick über das angestrebte Ergebnis zu liefern. Diese Fotografien sollen durch Ruhe und Ausstrahlung
überzeugen. Als Reihe und auch als einzelnes Exemplar atmosphärisch dicht sein, und das handwerkliche und technische Können des Fotografen zeigen. Das Ergebnis einer einzelnen
Schwarz-Weiß Aufnahme in der Aktfotografie zelebriert ein Bild ästhetischer Vollkommenheit. Das Gelingen eines Kunstwerks ist in dieser Technik der Fotografie oft von der
künstlerische Einstellung des Fotografen abhängig, die handwerkliche Erfahrung und das Beherrschen der Technik ist um beeindruckende Körperstudien zu erzeugen allerdings
Grundvoraussetzung.
Künstlerische Aktfotografie
Die Aktfotografie teilt sich in 2 Bereiche: in dem Einem wird die Darstellung des Körpers objektiv abgelichtet um die Bewegung und ein Licht- und Schattenspiel zu studieren, in dem
anderen Bereich wird der Atmosphäre dem wichtigeren Raum gegeben. In dieser Form der Aktfotografie ist es die Kunst, jene Augenblicke zwischen dem Geschehen festzuhalten, die
kleine unbedeutende Geste zwischen den gewollten Gesten auf Zelluloid zu bannen, diesen unbeschreiblichen "einzigen Augenblick", der nicht wiederkehrt und der nicht gestellt
werden kann. Die Eigenartigkeit eines Augenblicks kann einen sehr speziellen erotischen Reiz verströmen, der geradezu nach dem Festhalten auf dem Film des Fotografen verlangt.
Diese Beobachtung des Augenblicks verlangt nach Spontaneität und gleichermaßen nach Erfahrung - eine Mischung, die von einem Fotografen nicht leicht zu erlangen, und noch
schwerer zu halten ist. Aber ebendiese Bilder haben das Potential, Erotik zu verbreiten ohne oberflächlich und vordergründig zu sein. Diejenigen Fotografen die in der Lage
sind diesen Augenblick zu erkennen, die wissen um diese besondere Qualität und sind ebenso wie Musiker, Maler, Bildhauer oder Zeichner bemüht, durch ständige
Übungen diesen Zustand zu halten. Die Aktfotografie mit weiblichen oder männlichen Modellen ist nicht denkbar ohne dem Körperideal der griechischen und römischen Kunstgeschichte und deren
Erweiterung in in der Renaissance und Klassik. Als Beispiel mag die Darstellung eines weiblichen Aktes mit großflächigem Schulter Tattoo (siehe oben) stehen. Das Foto wurde uns
freundlicherweise von laternamagica zur Verfügung gestellt. Dieser Frauenakt entspricht dem Körperideal der griechischen Skulpteure und Bildhauer in der klaren
Definition der ober- und untergriffigen Formen.
Aktmalerei im Kontext der Geschichte.
In der Geschichte der Kunst entwickelten Leonardo da Vinci sowie Albrecht Dürer (von Zeichnungen und Radierungen ausgehend) Aktstudien - Köpfe, Hände, Füße
- als selbständige Aktmalerei oder Aktskulpturen (da Vinci) mit eigenem Aussagewert. Beiden ging es hier
nicht (mehr) um die Abbildung des Körpers zum Zwecke des formalen Studiums, sondern um das erschaffen eigenständiger Bilder
mit Körper- und Körperteilstudien als bildnerischen Inhalten. (betende Hände - A. Dürer).
Die Entwicklung des Akt hat sich von der Studie des Körpers zur Lust an der künstlerischen Auseinandersetzung, dem Spiel mit der Erotik, dem direkten, lustvollen, auch frechen
und überzogenem Umgang mit dem erotischen Sujet
entwickelt.
Das Genre, das sich manchmal in lähmender
Selbstkontrolle selber zensiert, kann in den Händen eines freien und unbändigen Geistes ein Kompendium an Direktheit, Unschärfe, Farben und
Lichtspiel, Schatten oder die Inszenierung eines Motivs entfalten. Der einfallsreiche Umgang mit den künstlerischen Möglichkeiten kann
erotische Bilder mit äußerst raffinierter Suche nach dem Männlichen oder Weiblichen an sich erschaffen. Die künstlerische
Vision eines Malers und die Beherrschung der Maltechniken und des verwendeten Materials ist es, die der
Aktmalerei Spannung, Leben und Intensität einzuhauchen vermag, sie lebendig erscheinen lässt. Die hier vorgestellten auf Leinwand mit
Ölfarben gemalten Bilder des Künstlers Rolf Gaggerle aus Singen am Hohentwiel zeigen das geforderte Leben, die Vitalität und Frechheit,
die die Transformation der Abbildung eines Körpers zu einem eigenen Wand beherrschenden Erlebnis vollzogen haben. Besuchen Sie die
Galerie der Aktmalerei in Ölfarben von Rolf Gaggerle.
Als Akt werden heute auch "geschönte" Körperdarstellungen bezeichnet, in denen körperliche Vorzüge herausgestellt oder in
übertriebener Form dargestellt werden, auf der anderen Seite als Nachteilig empfundene Körperpartien "verschattet" oder "verschliffen"
wiedergegeben werden.
Beispiele für die Entwicklung der Aktfotografie bei einem Fotografen finden sich bei den Bildern von
laternamagica
Aktmalerei -
Aktfotografie
-> externe Fachinformationen für Kunst und Künstler
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