Begriffserklärungen Kunst: Malerei,
Plastiken, Skulpturen, Drucktechniken, Zeichnungen
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Weichgrundätzung
wilde Malerei
Weichgrundätzung - Der Begriff Weichgrundätzung oder auch
Vernis mou bezeichnet einen Begriff aus der
Tiefdruck-Drucktechnik.
Angewandt wird diese Technik in der
Radierung. Die Druckplatte aus Metall (Kupfer, Zink),
wird mit einer weichen Lackmasse überzogen. Darauf wird raues Papier gelegt, und darauf das Bildmotiv mit Stiften gezeichnet. Wenn das
Papier abgehoben wird, bleibt an den Stellen der
Zeichnung die Lackmasse haften. Die Druckplatte wird in ein Säurebad gegeben und ätzt die Partien, die nicht mit dem
Ätzgrund behaftet sind. Für die Weichgrundätzung ist der weiche
Rand in der Wiedergabe des
Bildmotivs typisch.
Wilde Malerei - Die
Malerei erlebte mit Beginn der achtziger Jahre einen Aufbruch.
Junge "Wilde Maler" schlossen
sich in Berlin, Braunschweig und Köln zusammen, um gemeinsam mit großer Obsession und einem expressiven Malstil von zumeist kräftiger
Farbigkeit einen neuen Stil zu pflegen. Die Grundelemente dieser Bilder
waren häufig dem Alltagsleben entnommene "einfache" Formen wie Stühle, Tische, Telefonzellen usw. Zum Anderen wurden
Formen mit organischen Bildelementen wie Fleischstücken, Verpackungen von Fleischstücken, oder auch bewegte Schattenwürfe abgebildet. Die großen
Bilder auf zumeist kräftigem Rupfen oder Nessel in
Ölfarben oder
Temperafarben eroberten
innerhalb kurzer Zeit den Kunstmarkt und namhafte Kunstsammlungen. Als Wegbereiter dieser Malerei mit der
Rückkehr zur figurativen Bildgestaltung können die Berliner Künstler Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé und Bernd Zimmer genannt werden. War die
Philosophie dieser Künstler zur Malerei auch obsessiv, und die Malerei häufig ekstatisch, so waren die Vermarktungskonzepte der Künstler zumeist strategischen
Gesichtspunkten ausgerichtet. Diese Künstler kochten nicht ihr eigenes Süppchen, sondern schlossen sich (zumindest zeitweise) zu
funktionierenden Gruppen unter je einem Label zusammen (Köln: Mülheimer Freiheit, Braunschweig: das weiße Pferd), um mit allen kaufmännischen Risiken
den ganz großen Wurf landen zu wollen. Die Geschichte zeigt, das es ihnen Beispielhaft gelungen ist. Mit den Erfolgen der jungen Wilden setzte auch
eine Auflösung der Gruppen ein, Künstler aus Braunschweig (Andreas Weishaupt, Salomé) zog es nach Berlin, Bernd Zimmer nach Braunschweig. Die Kölner
Gruppe um Hans Peter Adamski, Peter Bömmels, Walter Dahn, Jiří Georg Dokoupil, Gerard Kever und Gerhard Naschberger mit von der italienischen Arte Cifra
beeinflussten
Bildern konnte längere Zeit den Gruppen-Status aufrechterhalten, möglicherweise,
weil die Künstler dieser Gruppe weniger stilistische Gemeinsamkeiten entwickelten.
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