Begriffserklärungen Kunst: Malerei,
Plastiken, Skulpturen, Drucktechniken, Zeichnungen
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²-tra }
Schabtechnik
Serigraphie
Siebdruck
Simultankontrast
Skulptur
Spachtelmasse
Spätsprungbildung
Stahlstich
Steingravur
Steinguss
Strichätzung
Symbolismus
Schabtechnik - Bezeichnung für ein spezielles und aufwändiges
Tiefdruckverfahren. Bei der Schabtechnik handelt es sich im Grunde um eine
Radierung,
bei der allerdings nicht nicht wie sonst üblich das Bild mit einer
Radiernadel oder anderen Werkzeugen in die Druckform geritzt oder geätzt wird,
sondern bei dem Druckverfahren, das auch unter der Bezeichnung
Mezzotinto geläufig ist, wird die gesamte Druckplatte, in der Regel eine Metallplatte
oder
Aquatinta, mit einem Wiegemesser, dessen bogenförmige Scheide mit kleinen, scharfen Spitzen versehen ist, bearbeitet. Diese Bearbeitung erfolgt
mit wiegenden Bewegungen in alle Richtungen bis die Druckplatte gleichmäßig
aufgeraut ist. Anschließend wird das Bild-Motiv mit einem Schabeisen und/oder
Polierstab geglättet, d.h. in der Mezzotinto wird von Dunkel nach Hell gearbeitet. Mit der Schabtechnik werden sanfte Flächenübergänge mit einer
malerischen Wirkung in den erzeugten
Bildern erzielt.
Serigrafie - unter dem Begriff Serigrafie versteht man heute eine im
Siebdruck erstellte
Grafik. Der Künstler benutzt dabei ein feinmaschiges
Sieb aus Textil oder Kunststoffgewebe, das über einen Rahmen gespannt wird. An den Stellen die nicht bedruckt werden sollen, wird das Sieb mit
Schablonen abgedeckt. Mit Hilfe einer Rakel (spachtelähnliches Werkzeug mit Griff) wird die
Druckfarbe durch das Sieb der Druckform auf das zu
bedruckende Material aufgetragen.
Siebdruck - der Siebdruck bezeichnet ein Druckverfahren, bei dem die Druckform aus einem feinem Gewebe besteht. Auf diesem Sieb wird das Bild in der Form
festgelegt, dass die Partien, die auf dem Bildträger (z.B.
Papier) gedruckt werden sollen durchlässig für die
Farbe bleiben. Die Stellen, die nicht
bedruckt werden sollen, werden mit Schablonen oder durch Versiegelung abgedeckt. Beim Drucken wird die Farbe mit einer Rakel durch das Sieb auf den
Bildträger gepresst. Für jede Farbe muss eine Druckvorlage gefertigt werden.
Simultankontrast - der Begriff Simultankontrast bezeichnet den Kontrast einer
Farbe im Kontext der benachbarten Farben. Eine Farbe steht selten für
sich alleine in einem Bild, sondern ist immer abhängig in ihrer Wirkung von den übrigen Farben. Beim Betrachten eines Bildes sind immer
mehrere Farben im
Blickfeld, ein Rot z.B. entfaltet neben einem Gelb eine andere Wirkung als etwa neben einem Blau oder einem anderen Rot. Dieses
subjektive Farbempfinden
haben die Impressionisten bewusst herbeigeführt und so eine starke Leuchtkraft ihrer Farben in den Bildern erzeugt. Die Pointillisten haben dieses
aufgegriffen und in ihren
Bildern - indem sie Farbpunkt an Farbpunkt setzten - diese in eine gewisse Spannung gebracht. Die
Malerei der Pointilisten
ist in der Gesamtheit des Bildes oftmals nur mit einiger Entfernung zu entschlüsseln, da die Bildpunkte bei kurzer Distanz nach einer Weile sich zu
Bewegen scheinen.
Skulptur - Der begriff Skulptur ist aus dem lateinischen "sculpere": herausmeißeln / schnitzen abgeleitet, und bezeichnet das Werk eines
Bildhauers, der aus Stein, Holz, oder auch anderen Materialien eine Figur herausarbeitet. In der Kunst sind also nicht alle dreidimensionalen Kunstwerke
Skulpturen, bei künstlerischen Arbeiten, in denen durch Zugeben eines Materials (Ton, Gips, Wachs) ein dreidimensionales Kunstwerk entsteht, wird die
Bezeichnung
Plastik angewandt. Skulpturen sind zumeist Unikate und nur in Ausnahmefällen
Multiples oder andere
Auflagen.
Spachtelmasse - der Begriff Spachtelmasse bezeichnet in der Kunst in der Regel
Acryl Modellier-Pasten, die in der
Malerei benutzt werden,
um den Bildgrund mit einer Struktur zu versehen, oder eine Struktur wie z.B. die Leinwandstruktur zu neutralisieren. Diesen Modellier-Pasten können
Sand in unterschiedlichen Korngrößen oder auch andere Zusätzen untergemischt werden. Modellierpasten verlieren beim Trocknen nur gering an Volumen.
siehe auch
Acryl Farben
Acryl Pasten
Acryl Pinsel
Spätsprungbildung - in der
Malerei bezeichnet der Begriff Spätsprungbildung das
Auftreten von Rissen und Sprüngen in der Farbe.
Bei der Malerei mit
Ölfarben sind das die nach langer Zeit auftretenden feinen Risse, die man durchaus als natürlichen Vorgang bezeichnen kann.
Diese Risse entstehen, weil das Öl in der
Farbe nicht durch Verdunsten sondern durch Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft oxydiert, dabei an Volumen
gewinnt während es erhärtet. Dieses Volumen beginnt sich direkt nach der Durchtrocknung wieder abzubauen, jedoch über einen sehr langen Zeitraum.
Dem gegenüber stehen die
Frühsprungrisse, die bewusst herbeigeführt werden können, die aber auf Grund Ihrer
gröberen Riss-Struktur als solche zu erkennen sind.
siehe auch
Risse in Acrylfarben erzeugen
Stahlstich - - Der Begriff Stahlstich bezeichnet ein
Tiefdruckverfahren, das erst nach der Entwicklung entsprechend harter Instrumente ab 1818 angewendet
werden konnte. Die Arbeit am Stahlstich sind aufwändiger und Kraft raubender als in weicheren Materialien wie z.B. im Kupfer. Die Linien sind
im Stahl feiner zu ziehen, und können dichter beieinander liegen als im Kupfer oder Zink. Mit dieser Drucktechnik sind höhere
Auflagen
ohne Qualitätsverlust produzierbar.
Steingravur - als Steingravur wird eine selten ausgeübte Form der
Lithographie bezeichnet, die aber abweichend zur eigentlichen Lithographie
dem Tiefdruckverfahren zugeordnet werden muss. Durch die Beschichtung eines Lithosteins wird mit einer
Radiernadel, einem Gravurdiamanten, oder auch
anderen Werkzeugen ein Bildmotiv eingearbeitet. Danach wird die Grundierung vom Stein entfernt und die Steinoberfläche geölt.
Die anschließend mit einem Stoffballen aufgetragene
Druckfarbe haftet nur an den gravierten Stellen. Für den Druck werden im Allgemeinen
weiche, saugfähige
Papiere benutzt.
Steinguss - die Bezeichnung Steinguss bezeichnet ein Gussverfahren, bei dem die
Gussmasse aus Steinpulver und Kalk besteht. Dieses Gussverfahren ist geeignet
um dreidimensionale Kunstwerke als
Auflagen-Objekte zu erstellen. Die
Guss-Form ist häufig aus Latex.
Strichätzung - Die Strichätzung ist ein Tiefdruck-Verfahren, das in unmittelbarer Nähe zur
Radierung steht. Die Druckplatte wird mit Ätzgrund überzogen.
In diesen
Ätzgrund wird mit einer
Radiernadel das Bildmotiv gezeichnet. Anschließend werden die Rückseite und die Kanten der Druckplatte mit dem
säureresistenten
Asphaltlack überzogen. Im einem Säurebad wird die freigelegte Zeichnung auf der Druckplatte in die Druckform geätzt.
Nach Entfernen des Ätzgrundes wird die
Druckfarbe mit Farb-Walze und Textilballen auf der erwärmten Platte in die geätzten Vertiefungen gerieben
und die Plattenoberfläche gereinigt. Gedruckt wird eine Strichätzung auf weichem, saugfähigem Trägermaterial,
zumeist
Papier oder Textil.
Symbolismus - der Symbolismus bezeichnet eine Richtung der
Kunst, die am Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Widerspruch mit den
vorherrschenden Kunstauffassungen wie dem Rationalismus, Realismus oder Naturalismus lebte. Der Begriff Symbolismus wurde von Jean Moréas
"Symbolistischem Manifest", das er 1886 im "Figaro" veröffentlichte, abgeleitet. Die Maler
des Symbolismus bedienten sich Symbolen als Ausdrucksmittel, und schufen mystisch-spirituelle Bildinhalte.
Traum- und Wunschwelten, Tod und Eros waren die beherrschenden Themen in der
Malerei. Ein wichtiger Vertreter des Malstils der Symbolisten war Arnold Böcklin.
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