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Die Leive-Bibel
Genesis - Bild 110
Josephs Träume




Josephs Traum © Ulrich Leive


Josephs Traum


Joseph war siebenzehn Jahre alt, da er ein Hirte des Viehs ward mit seinen Brüdern;
Israel aber hatte Joseph lieber denn alle seine Kinder, darum daß er ihn im Alter gezeuget hatte; und machte ihm einen bunten Rock.
Da nun seine Brüder sahen, daß ihn ihr Vater lieber hatte denn alle seine Brüder, waren sie ihm feind, und konnten ihm kein freundlich Wort zusprechen.
Dazu hatte Joseph einmal einen Traum, und sagte seinen Brüdern davon; da wurden sie ihm noch feinder.
Denn er sprach zu ihnen: Höret doch, was mir geträumet hat.
Mich deuchte, wir banden Garben auf dem Felde, und meine Garbe richtete sich auf, und stund; und eure Garben umher neigeten sich vor meiner Garbe.
Da sprachen die Brüder zu ihm: Solltest du unser König werden, und über uns herrschen? Und wurden ihm noch feinder um seines Traums und seiner Rede willen.
Und er hatte noch einen andern Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: Siehe, ich habe noch einen Traum gehabt; mich deuchte, die Sonne und der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir.
Und da das seinem Vater und seinen Brüdern gesagt ward, strafte ihn sein Vater, und sprach zu ihm: Was ist das für ein Traum, der dir geträumet hat? Soll ich und deine Mutter und deine Brüder kommen, und vor dir niederfallen?
Und seine Brüder neideten ihn. Aber sein Vater behielt diese Worte. - (Gen 37,2-11)


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Ein Kommentar von Willy Rordorf
Joseph, wie man weiß, war der Lieblingssohn seines Vaters Jakob, weil er nicht wie seine zehn Halbbrüder von Lea, sondern von der Frau seiner Jugendliebe, Rahel, geboren war.

Immer, wenn ein Sohn bevorzugt und entsprechend verwöhnt wird, erregt das den Neid und die Eifersucht der andern Geschwister. Im Fall Josephs war diese Eifersucht noch geschürt durch seine Überheblichkeit. Er gestattete sich sogar, von seiner erhabenen Stellung zu träumen, und schlimmer: sie auch noch seinen Brüdern und Eltern zu erzählen.

Worum ging es in diesen Träumen? Leive hat sie zusammen auf einem Bild dargestellt.

Um die Darstellung des ersten Traums zu entdecken, muss man ganz genau hinschauen. Ihm träumte, um eine einzelne aufrecht stehende Garbe Korn würden sich elf andere Garben verneigen. In der Tat verneigen sich auf dem Bild elf Halme vor dem in der Mitte stehenden einzelnen Halm, dessen Spitze symbolischerweise! die Geschlechtsorgane der Sonne verdeckt (wir werden gleich die Bedeutung davon erfahren).

Der zweite Traum drückt denselben Sachverhalt noch deutlicher und krasser aus: der träumende siebzehnjährige Joseph liegt vorne am Boden, und ihm träumt, dass hinter ihm Sonne und Mond sowie elf Sterne sich ihm zuwenden und ihn still verehren.

Als Joseph den ersten Traum seinen Brüdern (zehn Halbbrüder und der direkte Bruder Benjamin) erzählt, sind diese begreiflicherweise erzürnt, da sie ja merken müssen, dass es um sie und um Joseph geht; und als er den zweiten Traum auch seinen Eltern erzählt, da findet sogar Jakob, das sei jetzt doch aufgeblasen, und schilt seinen Sohn.


© Willy Rordorf
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Josephs Traum - Variante 1 © Ulrich Leive


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Diese Seite wurde zuerst erstellt am 14. 04. 2007 / Zuletzt bearbeitet am 05. 05. 2015

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