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Texte der Mitglieder September 2003
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Ein von Ekkehard May neu übersetzter Vers von Yokoi Yayu (1702-1783):
aki nare ya / konoma konoma no / sora no iro
 
Ach, nun ist Herbst!
zwischen
Baum und Baum und Baum
die
Farbe des Himmels
tief
in die Teeschale versenkt ...  
Herbstfarben
Jean Michel Guillaumond
 
 
 
 
Kein Hundeleben
der letzte Schluck des Penners
für den Gefährten
Ruth Franke
Sinkende Sonne
Die letzten Strahlen reichen
tiefer in den Wald
Udo Wenzel
 
 
 
 
Auf der Fähre
Am anderen Ufer
wartet niemand
Angelika Wienert
Politiker,
Versprecher ohne Verstand.
Voller Diäten
Dieter W. Becker
 
 
 
 
Brennende Hitze
gebeugt hat sich das Blattwerk
selbst der Schatten stöhnt
Christa Beau
tief
in die Teeschale versenkt ...  
Herbstfarben
Jean Michel Guillaumond
 
 
 
 
Raureif auf dem Gras
Spuren von gestern sind nur
in meinem Kopf noch
Karin Baumgarten
Kühler die Tage.
Ermattet und tief gebeugt –
Grashalme am Weg.
Werner Völk
 
 
 
 
Stille. Des Wassers
Spiegel erlaubt dem Wind ein
zärtliches Streicheln.
Wolfgang Ilg
Übers Stoppelfeld
singt der erste kühle Wind
Sommers Abschiedslied
Lieselotte Jürges
 
 
 
 
Als ob Farbe nie
enden würde: Herbst. Schatten
wachsen – dunkles Licht.
Otmar Matthes
Noch glüht der Sommer –
in den Schmetterlingswirbel
taumelt müd’ ein Blatt..
Christina Rekittke
 
 
 
 
Der gebrochene
Stängel im Glas. Es kommt ihm
noch eine Knospe
Isolde Lachmann
Abgeschmackte Welt.
Der Schach-Veteran ist matt
und kiebitzt nur noch...
Conrad Miesen
 
 
 
 
Er liegt im Herbstlaub
der verletzte Tagfalter
fliegt niemals mehr auf
Ursula Mack
Teresa sagte:
“Der ganze Weg zum Himmel
ist Himmel. Nichts sonst!“
Heinz Röhr
 
 
 
 
Dem alten Werkmann
brennt es heiß auf die Schulter.
Sonne im Spätherbst.
Günther Klinge
Ahnung von Kühle
Graue Tage reihen sich
Sanfter Regen fällt
Klaus Werthmann
 
 
 
 
Die Äpfel sind reif,
und die Schwüre der Krieger
klingen schon leiser.
Kurt F. Svatek
Gleich fressen sie dich -
ahnungsloser Regenwurm -
die Amseljungen
Franzis Gohl